HPV-bedingte Krebsarten: Expert:innen & Betroffene fordern nationale Eliminierungsstrategie

Humane Papillomviren (HPV) verursachen Krebserkrankungen, die heute zu den wenigen Krebsarten gehören, die wir wirksam verhindern können. Dennoch erkranken in Deutschland jedes Jahr rund 10.000 Menschen an den Folgen einer HPV-Infektion, etwa 3.000 sterben daran. Neben großem menschlichen Leid entstehen dem Gesundheitssystem vermeidbare Kosten in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro jährlich. Allein im Jahr 2022 gingen durch HPV-bedingte Krebserkrankungen über 47.000 Lebensjahre und nahezu 14.000 Erwerbsjahre verloren. Der wirtschaftliche Schaden beläuft sich auf rund 311 Millionen Euro pro Jahr – damit trägt Deutschland die mit Abstand höchste Belastung im europäischen Vergleich. Besonders betroffen sind Frauen durch Gebärmutterhalskrebs, aber auch Männer durch HPV-bedingte Tumoren im Kopf-Hals-Bereich und im Anogenitalbereich. Die Besonderheit: HPV-bedingte Erkrankungen lassen sich klar auf eine vermeidbare Ursache zurückführen – nämlich die Infektion mit Humanen Papillomviren. Gleichzeitig stehen wirksame Präventionsinstrumente bereit: die HPV-Impfung sowie bewährte Früherkennungsprogramme, mit denen Krebsvorstufen frühzeitig erkannt und behandelt werden können. Wird dieses Wissen konsequent genutzt, lässt sich die Krankheitslast in Deutschland erheblich reduzieren.

Vor diesem Hintergrund kamen die Teilnehmenden des von ZERVITA und der ACCESS Consensus Group organisierten „Nationalen Strategie-Forums zur Bekämpfung HPV-bedingter Erkrankungen“ im Sommer 2025 zu einem Runden Tisch zusammen. Das Ergebnis wurde jetzt in einem gemeinsamen Positionspapier veröffentlicht und an politische Entscheidungsträger versandt. Es bündelt den breiten Konsens von Expert:innen aus Versorgung, Wissenschaft, Zivilgesellschaft sowie Betroffenen- und Patientenorganisationen.

Die fünf zentralen Empfehlungen des Papiers:

  • Strategische Steuerung: Einführung eines Impfregisters, digitaler Impfpass, jährliches Monitoring, zentrale Anlaufstelle.
  • Zugang erleichtern: Personalisierte Einladungen, mobile Vorsorgeangebote, gendergerechte Formate wie die M1-Sprechstunde.
  • Impfprogramme stärken: HPV-Aufklärung in Schulen, freiwillige Schulimpfangebote, Einbindung der HPV-Impfung in U10 und J1.
  • Kommunikation verbessern: Nationale Informationskampagne, Nationaler Aktionsplan HPV, mehrsprachige und zielgruppenorientierte Inhalte.
  • Rahmenbedingungen sichern: Verbesserte Vergütung, qualifizierte Fortbildungen, Forschungsförderung, zentrale Fachstelle.

Das Positionspapier zeigt klar: Deutschland kann HPV-bedingte Krebsarten wirksam reduzieren – jetzt braucht es entschlossenes gemeinsames Handeln von Politik, Versorgung und Zivilgesellschaft.

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ZERVITA e.V. ist ein gemeinnütziger Verein mit dem Ziel, die Bevölkerung einheitlich und qualitativ hochwertig über Gebärmutterhalskrebs und die ursächlichen Humanen Papillomviren aufzuklären. Zu diesem Zweck stellen wir für die Allgemeinheit, Ärzte und Organisationen kostenlos Flyer zur Verfügung und pflegen zielgruppenorientierte Webseiten. Zur Deckung der Kosten freuen wir uns über eine Spende – jeder Beitrag hilft, damit wir weiterhin kostenlos informieren können.

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