Kategorisierung der HPV-Tests

Die auf dem Markt verfügbaren Tests zum Nachweis von HPV-DNA lassen sich bezüglich der Art ihres Nachweises in drei Kategorien unterteilen.

  1. In die erste Kategorie fallen HPV- Tests die nachweisen können, ob generell eine Infektion mit humanen Papillomviren der Hochrisiko-Gruppe (HR-HPV) vorliegt (Nachweis HR-HPV)

  2. HPV-Tests der zweiten Kategorie können zusätzlich bestimmen ob es sich bei einer vorliegenden Infektion mit HR-HPV auch um die Typen 16 oder 18 handelt (bei 70% der Zervixkarzinomerkrankungen liegt eine Infektion mit HPV16 und/oder HPV 18 vor) (Nachweis HR-HPV und HPV 16/18)

  3. Zur dritten Kategorie zählen wir in diesem Artikel HPV-Tests die mittels Genotypisierung die einzelnen HPV- Typen bestimmen können, mit denen die Probe infiziert ist (Nachweis und Bestimmung des vorliegenden HPV-Typs)

Ebenfalls gibt es sogenannte „hauseigene“ PCRs (Polymerase-Ketten-Reaktion) bei denen nur schwer eine valide Qualitätskontrolle erfolgen kann. Diese erhielten in internationalen Testvergleichen schlechte Bewertungen und von deren Anwendung ist deshalb generell abzuraten.
Ein wesentliches Kriterium bei der Wahl eines HPV-Tests ist ein klinisch definierter Schwellenwert für Positivität. Nachweismethoden mit einem solchen klinisch bestimmten Schwellenwert (cut-off) liefern ein positives Testergebnis erst bei Überschreiten eines solchen Schwellenwertes. Dadurch wird die Spezifität des Tests erhöht, ohne die Sensitivität zu beeinflussen. Dies ist entscheidend, damit nur klinisch relevante Befunde weiter verfolgt werden und die Zahl der (klinisch) falsch-positiven Ergebnisse (HPV DNA positiv ohne Läsion) beschränkt bleibt.

Die meisten HPV-Tests werden am Standardverfahren Digene Hybrid Capture 2 (Qiagen) gemessen. Dieser Test, sowie Cervista® HPV HR (Hologics), Cervista® HPV 16/18 (Hologics), das Cobas 4800 system (Roche) und der APTIMA HPV Assay (Gen Probe) ist in den USA durch die Food and Drug Administration (FDA) zugelassen. In Europa existiert kein zur FDA vergleichbares Zulassungsverfahren, sondern lediglich die Selbstdokumentation der Hersteller zur EU-Konformität (CE) welches keine Qualitätsmerkmale widerspiegelt.

Weitere Kriterien, die Tests für den klinischen Gebrauch erfüllen sollten finden sich in den „Guidelines for human papillomavirus DNA test requirements for primary cervical cancer screening in women 30 years and older“ nach Meijer et al (2009). Demnach sollen Tests für den klinischen Einsatz zu Hybrid Capture 2 ähnliche oder bessere klinische Eigenschaften (Sensitivität, Spezifität, gute Übereinstimmung der Ergebnisse zwischen 2 Laboren und innerhalb eines Labors) aufweisen.

Kategorisierung in Kürze

  1.  Genereller Nachweis von HR-HPV-Infektion

  2.  Nachweis von HPR-HPV plus HPV16 und HPV18

  3. Bestimmung der einzelnen HPV-Typen mittels Genotypisierung

Qualitätsstandard

Die unterschiedlichen Tests müssen Qualitätsstandards unterliegen, wie z.B. den von Meijer et al 2009 angesetzten Guidelines. Hauseigene PCRs und die quick and dirty DNA Präparation stellen ein großes Problem bei der Qualität von Testung auf HPV dar. Die Qualitätssicherung INSTAND liefert dabei keine ausreichende Kontrolle. Frauenärzte sollten sich deshalb in ihrem Labor nach der angewandten Methode erkundigen und damit die Maßstäbe für Qualitäts-HPV-Testung setzen.